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Gender Data Gaps – Lücken mit Konsequenzen

23.06.2022

Am 18.05.2022 diskutierten Schüler*innen, Lehrer*innen und interessierte Bürger*innen im Hildegard-von-Bingen (HvB) Gymnasium in Köln-Sülz Auswirkungen von Gender Data Gaps. Das Thema wurde zunächst wissenschaftlich von den Gastredner*innen durch kurze Impulsvorträge aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Begrüßt wurden die Gäste von Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, Präsidentin der CBS International Business School, Dr. Ralf Heinen, Bürgermeister der Stadt Köln und Stephan Deister, Schulleiter des HvB Gymnasiums. „Die Datenlücke für Frauen kann gefährlich sein, wenn es um Medizin oder die Konstruktion eine Airbags geht, da die Prototypen am Mann konzipiert und getestet werden, sind diese nicht auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmt.“, so Dr. Heinen. Herr Deister freute sich besonders über das neue Raumkonzept der Schule. Die Transparenz und neue Lernkultur, die das neue Gebäude schafft, sollen dazu beitragen, dass Schüler*innen lernen, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen und zu verändern, damit soziale Ungleichbehandlung reduziert werden können.  Laut Prof. Dr. Anja Karlshaus von der CBS International Business School nimmt das Gender Data Gap ein breites Themenfeld in der Wirtschaft ein, da unser Leben auf Daten basiert. Sie verweist darauf, dass Frauen oft den größeren Anteil der Care Arbeit im Haushalt und der Familie übernehmen und sie dadurch häufig einer Teilzeitarbeit nachgehen und weniger Zeit für Weiterbildung haben. „Das Gender Data Gap ist in Deutschland immer noch ein großes Thema, da Frauen selbst, wenn sie in Führungspositionen sind, im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen“, sagt Prof. Karlshaus. Laut Prof. Karlshaus setzt sich die Ungleichheit weiter im Gender Pension Gap fort, da Frauen durch ihre Teilzeitarbeit oder Elternzeitreduktionen eher von Altersarmut betroffen seinen als Männer. „Wenn hierzu nicht eher gehandelt wird, dauerte es noch bis 2121 bis Frauen genauso viel wie Männer in Deutschland verdienen“, sagte die Professorin. Univ.-Prof. Dr. Elke Kleinau von der Universität zu Köln zeigte in ihrem Impulsvortrag auf, wie männlich geprägt unsere Wissensvermittlung und die damit verbundene Literatur ist. Denn in den älteren Auflagen von Pädagogik-Klassiker war mit Maria Montessori lange nur eine Frau vertreten. Bei einer Neuauflage von 2003 lag der Anteil von Autorinnen bei vier. „Im Jahre 2011 kann man von einem weiterem Rückschritt sprechen, denn mit der Publizierung neuerer Klassiker wurden Beiträge von Autorinnen nicht berücksichtigt. Dies steht im Gegensatz zu der Tatsache, dass es mittlerweile dank der Frauen- und Geschlechtergeschichte ein deutlich größeres Wissen über das Wirken von Frauen in der Pädagogik und in der Erziehungswissenschaft gibt“, so Prof. Kleinau. „Das Gender Data Gap entsteht – laut einer Definition der Friedrich-Ebert-Stiftung – vor allem dann, wenn bei wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und medizinischer Datenerhebung die unterschiedlichen Geschlechter nicht gleichermaßen berücksichtigt werden“, erläutert die dritte Rednerin Prof. Dr. Ingvill Constanze Mochmann vom GESIS-Leibniz Institut für Sozialwissenschaften. „Viele Daten sind vorhanden, werden aber nicht genutzt. Viele Daten werden wiederum nicht erhoben, weil keiner daran denkt, dass sie wichtig sein könnten. Die Erhebung, Nutzung und Auswertung dieser Daten sind aber sehr wichtig, damit keine Themen übersehen werden da politische Entscheidungen alle Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen betreffen.“  Die Impulse der Vorträge sorgten im Anschluss für eine lebendige Diskussion mit den Schüler*innen der Philosophiekurse von Lisa Blum und Kolja Asbahr. Fragen über ‚Periodenurlaube‘, Lebensplanentwürfe von Frauen und Männern, bis hin zu Fortbewegungsmitteln im Stadtverkehr, wurden heiß debattiert. In der Diskussion betonte Prof. Dr. Anja Karlshaus, die Wichtigkeit in Unternehmenskulturen umzustrukturieren, sodass sich beide Geschlechter gleichberechtigt wiederfänden. Die anwesenden Schüler*innen waren sehr daran interessiert, wie soziale Unterschiede Einfluss auf das Gender Data Gap nehmen und hoffen, dass die unbezahlte Care Arbeit, die häufig in Deutschland von Frauen durchgeführt wird, in Zukunft besser honoriert wird.

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