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Naturwissenschaften
Früh übt sich der Forscher: HvB- Biologieunterricht an der Universität 29.09.2011

Vier äußerst experimentierintensive Tage am Institut für Biologie und Didaktik der Uni Köln

Messen, wiegen, zerkleinern, erhitzen, filtrieren, destillieren, extrahieren, pipettieren, conchieren, denaturieren, kontrollieren, protokollieren, kombinieren, verifizieren, evaluieren, genießen!
Ein Feuerwerk an Experimenten erwartete die Schüler der 5b und 6b an den 4 letzten Schultagen im Institut für Biologie und Didaktik der Universität zu Köln. Die Studenten hatten sich viel vorgenommen und so wurde jeden Tag in zwei Praktikumseinheiten vormittags und nachmittags intensiv experimentiert. Die 60 Schüler des HvBs wurden entsprechend der vier Themen, HEILPFLANZEN, NUTZPFLANZEN, KLIMA und VERHALTEN in vier Teams aufgeteilt . Nach kurzer Einführung ging es zügig an die Arbeit, d.h. …….

Die Nutzpflanzengruppe fand einen wahren Obst – und Gemüsegarten vor, zusätzlich angereichert mit Kakaobohnen, Erdnüssen und Walnüssen, sowie Blutpflaumen-blättern, Birkenzweigen, Brennnesselpflanzen und Baumwollknospen. Bevor so leckere Sachen wie Kirschgelee, Apfelringe Popcorn und Weizen-Dinkelbrot selbst hergestellt wurden, hieß es aber Informationen sammeln über die Herkunft, den Aufbau und die Entwicklung so unterschiedlicher Pflanzen wie Bananenstauden, Apfelbaum, Kartoffelpflanze, Ruccola, Sellerie, Kakaobaum, Getreidearten, Mais und Soja, um nur einige aufzuzählen.
Pflanzenteile wurden mikroskopiert, der Wassergehalt der Tomate bestimmt, der Vitamin C-Gehalt von gekochten und rohen Kartoffeln bestimmt und verglichen, der Vitamingehalt des Apfels gemessen und u. a. beim Ruccola der Nitratgehalt geprüft, um nur einige Nachweismethoden zu nennen.
Die Reise durch das Land der Fette endete an einer Ölpresse und die Herstellung unseres eigenen Nussöls war eine sehr anstrengende Arbeit. Aus dem Regenwald wurde uns der Kakaobaum vorgestellt mit seinen sogenannten Kakaomüttern, den Bananenstauden und Kokospalmen. Wir untersuchten die ursprünglich weißen Kakaobohnen, erfuhren viel über den Prozess der Kakaobohnenverarbeitung zu Kakaopulver und Kakaobutter und letztlich zu Schokolade. Nach einem uralten Rezept der Azteken stellten wir einen Kakaotrunk her – für unseren Geschmack recht herb. Dafür traf die selbst produzierte Schokoladensauce schon mehr unseren Süßgeschmack. Neben solchen kulinarischen Produkten wurden mit der Handspindel aus verschiedenen Fasern eigene Fäden gesponnen, die dann mit gepresstem Birkenlaubextrakt leuchtend gelb gefärbt wurden.

Außer viel neuem Wissen über den Aufbau, die Herkunft sowie die Wirkung und Verwendung von Heilpflanzen wie Fenchel, Kamille, Spitzwegerich, Zitronenmelisse, Arnika, Beinwell und weiteren konnten die Schüler täglich auch Produkte aus Eigenherstellung mitnehmen wie Lavendelduftkerzen, Eukalyptushustenbonbons, Lavendel und Melissen Badeöl, Gänseblümchen- und Arnikasalbe.
Wir führten eine Fülle an Versuchen durch u.a. verschiedene Extraktionsverfahren, um die Wirkstoffe aus Pflanzen wie Johanniskraut, Ringelblume und Salbei zu gewinnen. Nach unserem Apothekerlehrgang empfehlen wir nun Anis- oder Fencheltee, oder etwas gewöhnungsbedürftig – Kümmelmilch – bei Magen- und Darmverstimmungen, natürlich aus eigener Rezeptur. Schnupfen bekämpfen wir mit einer Minzinhalation und etwas Majoranbutter für die gereizte Nasenhaut. Giftgrüne Eukalyptusbonbons wurden gegen Halsschmerzen hergestellt und dazu schnell noch eine Salbeigurgellösung bereitet. Husten könnte man mit einem Rettich-Honig-Saft bekämpfen, besser schmeckte uns allerdings der Anishustensaft. Wer bei all diesen Wirkstoffen und Versuchen nervös geworden sein sollte, konnte nun eine Wasserdampfdestillation durchführen und so die ätherischen Öle des Lavendels gewinnen – Wirkung: sehr beruhigend. Am letzten Praktikumstag konnte wer wollte, zwar unverletzt aber trotzdem mit einem selbst fachmännisch hergestellten und akkurat angelegten Leinsamenumschlag (hilft bei Prellungen) das Institut verlassen.

Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder am Institut für Biologie und Didaktik eingeladen sind und freuen uns sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit.
P.S.: Auch das Essen in der UNI- Mensa hat uns sehr gut geschmeckt und ein Dank an das sehr freundliche Personal . Dank auch an die Studenten und ihren tollen Einsatz und an Frau Germund, die für alles eine Lösung hatte.
(Gabriele Wittchow-Höhn)

Uni-Bio-Tage 2011
Datum: 03.10.2011

 

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