Die Zeitzeugin Beate Klarsfeld erinnert sich an den Kölner „Lischka-Prozess“
Im Jahr 1980 wurde der Kölner Getreidehändler Kurt Lischka der Beihilfe zu 73.000-
fachem Mord schuldig gesprochen und vom Landgericht Köln zu zehn Jahren Haft verurteilt. Lischka hatte zur Zeit des Nationalsozialismus die Deportation von mindestens 73.000 französischen Juden nach Ausschwitz (mit)organisiert. Weil Gesellschaft, Politik und Justiz in Deutschland nach 1945 jahrzehntelang nicht bereit waren, die nationalsozialistischen Verbrechen ernsthaft aufzuarbeiten, konnte Kurt Lischka bis in die 1970er Jahre ein ungestörtes bürgerliches Leben in Köln Holweide verbringen. Dass er dann 1979 dann doch noch vor ein Gericht gestellt wurde, dafür kämpfte vor allem das deutsch-französische Ehepaar Klarsfeld, das die Öffentlichkeit in Köln mit vielfältigen politischen Aktionen und Demonstrationen auf die Straffreiheit von Kurt Lischka aufmerksam machte.
Beate Klarsfeld – vor allem dafür bekannt, dass sie 1968 Bundeskanzler Kiesinger öffentlich ohrfeigte, um auf seine Nazi-Vergangenheit aufmerksam zu machen – wird
als Zeitzeugin von einem faszinierenden Ausschnitt der Kölner Zeitgeschichte berichten.
Aus organisatorischen Gründen ist eine formlose Anmeldung per Email an
zeitzeuge@hvb-gymnasium.de bis zum 15. Dezember notwendig.
Die Veranstaltung findet von 9:45 - 11:20 Uhr in der Aula statt.
