Bereits im Foyer standen uns die imposanten Statuen von Zekrom und Reshiram gegenüber, die neuen legendären Pokémon, die das Cover der neuen Editionen Schwarz & Weiß zieren. In der Halle angekommen wuselten noch mehr Pokémon umher, zur großen Freude der vielen Kinder natürlich, aber auch einige Cosplayer zeigten ihre eigenen Kreationen.
Die Teilnehmer mussten sich zuerst anmelden und ihre Pokémon-Teams auf Cheats und unzulässige Modifikationen und Charakterlevel überprüfen lassen, bevor sie gegen ihre Konkurrenten antreten durften. Dann nahmen sie in der Turnier-Area ihrem jeweiligen Gegner gegenüber an einem Tisch Platz, der, falls der ein oder andere nicht auf seinen Akkuvorrat Acht gegeben hatte, mit Steckerleisten ausgestattet war. Einige der Kämpfe wurden auf die großen Bildschirme übertragen, sodass die Zuschauer diese live mitverfolgen konnten, ohne dass die Teilnehmer gestört wurden. Hierbei wurden die Wettkämpfer erst einmal in unterschiedliche Altersklassen eingeteilt, die Junioren (geboren 2000 oder später), die Senioren (geboren zwischen 1996 und 1999) und die Masters (geboren 1995 oder früher). In dieser Reihenfolge wurden auch von morgens bis nachmittags die Turniere der jeweiligen Klassen ausgespielt. Während die jüngeren Spieler bezüglich Ihrer Pokémon-Teams eher auf ihr Bauchgefühl setzten, war bei den Teilnehmern der Senioren- & Master-Klassen pure Taktik ausschlaggebend. Tabellen wurden verglichen, Laptops angeschlossen und Notizblöcke vollgeschrieben - die Auswahl des Teams ist eine Wissenschaft für sich und jeder ging anders vor. Die meisten sprachen offen über ihre Leidenschaft, wurden jedoch umso verschwiegener sobald man versuchte, etwas über ihre Strategie in Erfahrung zu bringen, ein potenzieller Konkurrent könnte ja mithören. Einzelne befragte Spieler erzählten, dass sie seit drei Monaten regelmäßig trainiert und die ihrer Meinung nach perfekten Pokémon vorbereitet hatten. Die Aufregung war verständlich, immerhin bekamen der Erst- und Zweitplatzierte jeder Alterskategorie die Chance, auf Kosten von Nintendo zu den Pokémon World Championships nach San Diego in die USA zu fliegen, sowie einen brandneuen Nintendo 3DS und eine ansehnliche Gold- oder Silbermedaille zu gewinnen.Die wohlverdienten Sieger in der Juniorenklasse waren Jannis Mir Wais (10 Jahre, 1.
Platz) und Marvin Adesina (7 Jahre, 2. Platz). In den Senioren- und Masterklassen qualifizierten Julia Wurdack (11 Jahre, 1. Platz) und Aleksander Fijalkowski (14 Jahre, 2. Platz) und respektive Jennifer Giwanski (18 Jahre, 1. Platz) und Sinan Özer (23 Jahre, 2. Platz) für die World-Championships in San Diego. Die Heimatstädte dieser ersten Plätze (Essen, Oelde, Berlin und München) zeigen bereits, wie weit einige Teilnehmer angereist waren – doch auch Teilnehmer aus den unmittelbaren Nachbarländern Frankreich oder Belgien waren dabei und versuchten hier ihr Glück. Dies erschien uns zwar etwas seltsam, da es ja die deutschen Landesmeisterschaften waren, war aber durch die Turnierregeln erlaubt. Grundsätzlich waren die Teilnehmer äußerst fair eingestellt und nahmen ihre Erfolge oder Niederlagen vorbildlich sportlich.Neben dem Turnier gab es auch andere Beschäftigungen für die vielen Eltern, Freunde und Zuschauer, wie z.B. die Möglichkeit, sich mit seinem Lieblings-Pokémon auf witzigen 3DS-Fotos zu verewigen und diese auch zunehmen, weitere Pokémon-Kämpfe außerhalb des Turniers auszutragen oder Pikachu & Co persönlich und überlebensgroß zu treffen und zu knuddeln. Besonders hervorzuheben war die perfekte Organisation, die das Event trotz des großen Andrangs zu keiner Zeit unübersichtlich werden ließ. Die Veranstalter hatten sehr viel Wert darauf gelegt, alles sehr kind- und familiengerecht auszurichten, damit vor allem die teilweise noch sehr müde aussehenden Eltern zufrieden gestellt wurden. Auch sobald die Junioren in die „Battle Area“ geführt wurden, um ihre Pokémon Kämpfe auszutragen war jederzeit ein Ordner zur Stelle, um den Kleinsten mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Für die Zuschauer, die meist nur einzelne Kämpfe auf dem Großbildschirm mitverfolgen konnten, gab es Unterhaltung in Form einer sehr (z.T. auch etwas über-)engagierten jungen Moderatorin, die den Tag über das Publikum auf Trab hielt.
Letztendlich konnte man nur staunen über die nach wie vor riesige Popularität der kleinen Knuddelmonster, deren Charme am Ende des Tages auch wir nicht widerstehen konnten. (mh/bw)
Fotos vom Event:
