Schon der Beginn der Sitzung war turbulent: Da wollten doch tatsächlich die Lehrer die Sitze des Elfer-Rats für sich beschlagnahmen. Der Schüler-Elfer-Rat machte jedoch kurzen Prozess: Die Lehrerschaft wurde unter dem begeisterten Gejohle des Publikums im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür gekehrt.
Und dann ging es richtig los: Mir Kostümtänzen der Klasse 5b und dem gesungenen Ballett der Klasse 5c „Luure darfste, ävver aanpacke nit“. Auf einen nett vorgetragener Sketch „Einstellungstest für zukünftige 5tklässler“ folgte eine modernisierte Fassung von „Romeo und Julia“ und die war wirklich modern! Das Tanzcorps Winzer und Winzerinnen (ein Schüler der JgSt. 12 ist Kommandant, ein ehemaliger Schüler ist Tabzoffitzier) zeigte Tänze mit gekonnten Hebefiguren, die von den Zuschauern mit begeisterten Rufen nach Zugaben quittiert wurden. Im nächsten Sketch erfuhren wir, dass es Situationen gibt, in denen unsere sonst so souveräne Schulleiterin Marta Bechermann nicht ganz so souverän ist.
Udo, unser singender Hausmeister trug, begleitet vom Chor der „Drei Grazien“ mit Bravour das Mottolied der diesjährigen Karnevalssession vor „In Kölle jebütz“. Auch die Oberstufe reihte sich in die Folge der vielen selbst geschriebenen Sketche ein: Der Philosophie-Kurs der JgSt. 12 war mit „Kant und der Kölsche Karneval“ vertreten.
Markus und dem Guido seine Bänd animierten das schunkelfreudige Publikum mit einer Reihe Kölscher Lieder zum Mitsingen. Danach konnten die Zuschauer staunend die allerneueste High-Tech-Entwicklung kennen lernen, die jedem Computer in Punkto Handling den Rang abläuft. Und um alle Bereiche des Lebens abzudecken wurde das begeisterte Publikum mit den „Grässlichkeiten des Monsta-Songs konfrontiert.
Anschließend übergab Herr Bong als Vertreter des Festkommitees zur Förderung des Jugendkarnevals eine ganz reale Geld-Spende für unsere Schule, natürlich verbunden mit einem Orden für unsere Schulleiterin Frau Becher. Der Saalt tobte, als eine Rapperbande für einen Szenenwechsel sorgte. Im folgenden Sketch wurde Klartext geredet. In ungeschminkter Offenheit wurden die geheimsten Gedanken offenbart: Was Schüler und Lehrer übereinander denken.
Und dann passierte es zum zweiten Mal: Die Lehrer eroberten die Bühne: Prinz Schorsch mit Bauer Björn und Jungfrau Marika sorgten dafür, dass alles, was auf der Bühne war, nach alter Sitte „Stippeföttche“ tanzte. Danach wurde es wieder ganz „schulisch ernst“: Eine Prüfungskommission unter Begleitung einer Quotenfrau evaluierte mit intelligenten Gags die Lehre an der HvB und eine akademische Persönlichkeit aus der Klasse 6b führte eine ganz neuen Form des englisch-deutschen Sprachunterrichts ein.
Zu diesem Zeitpunkt stand man im Auditorium schon auf den Stühlen. Aber das war noch zu toppen: Zwei junge Damen stellten in einer wunderschönen Persiflage die allerneueste Version eines Navis vor, bei dem sich auf Knopfdruck ein Beifahrer materialisiert. Und zum krönenden Abschluss, nur auf Grund einer kölschen Sonderregelung mit dem lieben Gott möglich, gab Michael Jackson noch eine seiner legendären Vorstellungen.
Insgesamt eine gut organisierte Folge fast ausschließlich „selbstgestrickter“ Beiträge - für jeden Geschmack war etwas dabei - die die Zuschauer mit begeistertem Jubel honorierten.
Zum allerletzten Schluss setzte die Tontechnik „HvB-Ton“ noch eins drauf: Am Donnerstag um 11:11 Uhr gab es die ersten DVDs mit der gesamten Schulsitzung. (FP)
| Datum: | 10.02.2010 |
