Eingeladen hatten die Schüler und Schülerinnen eines sozialwissenschaftlichen Kurses die Kandidaten für die Bundestagswahl Dr. Lale Akgün (SPD), Kerstin Müller (Bündnis 90/ Die Grünen), Dr. Werner Hoyer (FDP), Dr. Michael Paul (CDU) und Matthias Birkwald (Die Linke), die auch alle auf dem Podium in der Aula erschienen waren.
Cemile Mizrak, Jg.stufe 13, fragte als erstes nach dem heißen Eisen Studiengebühren und erfuhr, dass weder Frau Müller noch Herr Birkwald hätten studieren können, wenn es zu ihrer Studienzeit Studiengebühren gegeben hätte. Eigentlich waren sich die Kandidaten fast einig, dass Studiengebühren eine Belastung für Deutschland darstellen, wo es ohnehin im internationalen Vergleich zu wenig Studenten gibt. Nur, wie soll die Bildung finanziert werden, fragte die Schülerin weiter. Diskutiert wurden der Soli, aber auch Studienkredite.
Im zweiten Block warf Christopher Hohns, ebenfalls aus der 13, die Frage nach der Integrationsmöglichkeit u.a. seiner Mitschüler und Mitschülerinnen auf, die gern mit einer doppelten Staatsbürgerschaft auch deutsche Staatsbürger würden. Auch über den Einwanderungstest wurden die Politiker befragt, während Herr Paul und Frau Akgün ihm nicht so große Bedeutung beimaßen, lehnten Frau Müller und Herr Birkwald ihn ab, Erstaunen löste die Recherche des jungen Moderators aus, die belegte, dass die Linke dem Spracherwerb keine primäre Rolle für die Integration beimisst.
Kontrovers verlief die Diskussion auch im dritten Block, als Maximilian Meyersrenken die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Abwrackprämie für die Überwindung der Wirtschaftskrise stellte. Auf Nachfragen mehrerer Schülerinnen zu Zukunftskonzepten überzeugte hier die Grüne Kerstin Müller am ehesten mit konkreten Forderungen nach umweltschonenden innovativen und Arbeitsplätze schaffenden Technologien, wohingegen Herr Dr. Hoyer (FDP) eher den Mittelstand als Antriebsrad unserer Wirtschaft fördern möchte.
Nach fast zwei Stunden war die Stimmung dank der kritischen Nachfragen der Schüler und SchülerInnen sehr angeregt, es wäre wünschenswert, wenn ähnliche Diskussionen in Zukunft des öfteren und nicht nur vor Bundestagswahlen geführt werden könnten! (Anna Herbet)
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