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Videospiele und Medienpädagogik
Mirror's Edge (PC) 07.06.2009


Genre: First-Person, Action-Adventure
In einem Satz: Nach dem Mord an einem populären Politiker, geraten Parkourläuferin Faith und ihre Schwester, die Polizistin Kate, zu Unrecht ins Fadenkreuz der Polizei. Während Kate verhaftet wird, gelingt es Faith die Flucht zu ergreifen und im Rahmen ihres Rettungsversuches immer mehr über die dunklen Pläne des totalitären Regimes zu erfahren.
USK-Altersfreigabegemäß §14 JuSchG: ab 16 Jahren
PEGI-Altersfreigabe: 16+
Hersteller: Electronic Arts
z.Zt. erhältlich für: PC, Xbox 360, PS3



 

Worum geht’s?
Mirrors Edge spielt sich in einer unbenannten Großstadt ab, in der zurzeit eine totalitäre Regierung herrscht. Alles wird durch ein durchdachtes Kameranetzwerk überwacht, nur die Dächer nicht. Faith Connors, eine aus Asien stammende "Runnerin", ist eine trainierte Parkourmeisterin, die darauf spezialisiert ist, Unternehmensinformationen und auch Pläne des Wiederstands sicher an ihr Ziel zubringen. Runner sind speziell ausgebildete Kuriere, die über den Dächern der Stadt Informationen bzw. Koffer und Pakete transportieren. Sie und alle anderen "Runner" wurden von Mercury ausgebildet, der sie auch während der Missionen über Funk unterstützt.
Kate, eine Polizistin und Faith's Schwester, wurde wegen eines Einbruch in das von  Büro eines Bürgermeisterkandidaten gerufen. Als sie eintraf, wurde sie plötzlich ohnmächtig und Kandidat Pope wurde, während sie bewusstlos war, mit ihrer Dienstwaffe erschossen. Als die schnell herbeigerufene Faith eintraf, gab Kate ihr einen Zettel aus Pope’s Tagebuch, auf dem der Begriff "Projekt Ikarus" stand. Kate wurde von einem Sondereinheitskommando festgenommen, Faith konnte jedoch fliehen. Nun will Faith ihre unschuldige Schwester retten. Während der Suche kommt sie mit dem mysteriösen "Project Ikarus" in Kontakt.

Präsentation
Grafik und vor allem der Sound sind bei diesem Spiel sehr eindrucksvoll, obwohl die Stadt nicht wirklich realitätsnah ist, schon wegen der im Vordergrund stehenden vielen kontrastvollen bunten Farben. Ansonsten ist auch die Architektur charaktervoll gestaltet worden und fasziniert den Spieler. Wenn man die Grafikdetails auf sehr hoch stellt, dann merkt man das gesamte Potential der "Unreal Engine 3". Die Wasserspiegelung ist solide, die Lichtreflektierung erstaunlich. Die Liebe zum Detail ist in jedem Bereich des Spieles spürbar. Jedoch braucht man einen sehr Leistungsstarken Rechner um auf "Ultra High Detail" zu spielen. Was mich aber am meisten fasziniert hat, war der Sound, egal ob man mit einem Headset (Kopfhörer) oder mit einem 5.1-Surround-System spielt, der Sound ist zweifellos sehr sehr gut. Die Stadt Akustik war oft so natürlich, dass man das Gefühl übermittelt bekam, als würde man wirklich über die Dächer einer Stadt springen. Die Schüsse der Polizisten, die Querschläger, die Hubschrauber - alles war so realitätsnah. Der Sound hat mich wirklich überwältigt.

Gameplay
Die Steuerung ist unkompliziert und lässt sich schnell erlernen.  Obwohl die Steuerung für die vielen Entwaffnungsmöglichkeiten gleich ist, sind die Animationen trotzdem alle unterschiedlich, je nach Position der Spielfigur. Wenn man einen Feind während des Sprunges entwaffnet, ist die Entwaffnungsanimation anders, als wenn man einen Feind nach einem „Wallrun“ anspringt. Dennoch müssen während des Spiels alle Bewegungsmöglichkeiten geschickt angewendet werden. Das gleiche gilt für das Parkour, alle Sprünge, Ausweichmanöver und Schläge unterscheideiden sich drastisch.
Die Arme, Beine, und sogar der Torso sind, untypisch für ein Spiel aus Ego-Perspektive, gelegentlich im Bild. Objekte, die für einen essentiellen Sprung bzw. für die Mission notwendig sind, werden in einem kontrastvollen Rot angezeigt. Wenn man Mirror's Edge spielt, konzentriert man sich hauptsächlich nur auf das fließende Zusammenspiel der Sprungkombinationen, ansonsten droht der Sturz. Dies beeinflusst das Spiel aber nicht im negativen Sinne, im Gegenteil es macht sogar Spaß. Gelegentlich kommt man auch ins Schwitzten wenn man über die Dächer der Wolkenkratzer springt. Was nicht vergessen werden darf ist die eindrucksvolle Kamerabewegung, so wird bei einer "Parkourrolle“ die Kamera mit dem Körper mit gedreht, was einen realistischen Effekt bewirkt.  Um Sprünge und Angriffe detailierter zu verfolgen oder auszuweichen, gibt es noch den "Focus-Mode". Hier wird alles langsamer, in anderen Worten man erzielt einen "Slow-Motion Effect".
Bei Mirror's Edge muss man auf die Handfeuerwaffe oft verzichten, da sie die Renngeschwindigkeit deutlich senkt, dementsprechend konzentriert der Spieler sich mehr auf die Entwaffnung, taktische Ausmanövrierung der Feinde und auf das Parkour, was wesentlich mehr Spaß macht, als einfach nur zu schießen.
Beim Multiplayer gibt es leider Mängel, zu einen kann man nicht mit seinem Freund online zusammen "rumspringen" und man hat einen recht geringen Freiraum. Der Multiplayer ist nicht auf Teamwork basiert sondern auf  Konkurrenz. Im so genannten "Time-Trial" kann muss man einen Level so schnell wie möglich überwinden, die Bestzeit wird dann online eingetragen, um sich zu verbessern kann man online noch einen "Ghost" runterladen, um zu sehen wo man Mängel hat. Wer aber auf Freiraum nicht verzichten kann, kann sich im Internet eine "Sandboxmap" kaufen. Dort ist man nicht in einer Stadt sondern in einer Welt voller Würfel und Wände, man kann sich dort wirklich ausleben.

Pädagogischer Kommentar
Obwohl der Spieler Handfeuerwaffen benutzten kann, ist es wichtig zu erwähnen, dass Mirror's Edge kein Shooter-Spiel ist. Das Spielkonzept besteht darin, dass man die schnellste Route zum Ziel findet, der Nahkampf ist wahrsten Sinne der Wortes sekundär. Man kann sogar das Spiel komplett ohne den Gebrauch von Waffen gewinnen und wird dafür vom Spiel mit Trophäen belohnt. Wenn man einen Polizisten entwaffnet hat, besitzt man nur eine Waffe und ein Magazin und wenn dies leer ist, wirft die Figur die Waffe automatisch weg. Dafür, dass das Spiel ab 16 eingestuft wurde, obwohl der Waffengebrauch optional ist, gibt es drei Hauptgründe:

  1. Wenn man vom Dach fällt, wird das Aufschlagen des Körpers zwar nur vom Sound, hier aber sehr detailliert wiedergegeben (Geräusche von Knochenbrüchen etc.).
  2. Man erhält stellenweise eine Handfeuerwaffe und kann sie benutzen.
  3. Die Entwaffnungsmethoden sind teilweise etwas brutal. So kann es durchaus sein, das man einem Polizisten auch mal einen Knochen bricht (inklusive Geräusche).

Bewertung
Mirrors Edge ist sowohl technisch als auch erzählerisch toll inszeniert und bietet dank der interessanten Charaktere sowie durch den kompetitiven Multiplayer-Modus eine großartige Langzeitmotivation. Es erzählt eine spannende, anti-utopische Story und zeigt die auf tatsächlichen Trends beruhenden Machenschaften eines Überwachungsstaates. Nicht umsonst wird es weltweit anerkannt. Es ist auch ein komplett neues Spielkonzept, indem der exzessive Waffengebrauch bewusst vermieden wird. 

Eigene Meinung
Mich persönlich hat Spiel wirklich fasziniert. Wer was Neues ausprobieren will oder eine Abwechslung von Shootern braucht, der kommt bei Mirrors Edge voll auf seine Kosten.

(fkm)

Bewertung:

Story: sehr gut -
Grafik: sehr gut
Sound: sehr gut +
Gameplay: gut +

SPIELSPASS: sehr gut -

 

Bilder aus dem Spiel:

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