Paul Bong, Sprecher der Juniorförderung des Festkommitees Kölner Karneval
Ein solch vielseitiges und temporeiches Programm wie in der Karnevalssitzung am Dienstag vor Weiberfastnacht hatte auch Paul Bong, Sprecher der Juniorförderung des Festkommitees Kölner Karneval nicht erwartet. Unter großem Jubel der jecken Gemeinde kündigte er eine großzügige finanzielle Unterstützung für die Karnevalsaktivitäten am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium an.
Elternchor des HvB
Davon wird die gesamte Schulgemeinschaft profitiern, denn unter dem Motto: „Mir all sin HvB“ präsentierten sich nicht nur Schüler aller Jahrgangsstufen, sondern neben den Lehrern auch – ein Novum – der Elternchor! Und somit war die Sitzung Ausdruck des sich immer intensiver entwickelnden Gemeinschaftssinns an unserer Schule.
Der HvB-Elferrat
Der quietschfidele Elferrat, der folgerichtig auch aus Schülern aller Stufen zusammengesetzt war, führte durch ein Programm, das alle Facetten des Sitzungskarnevals enthielt. Nach der Begrüßungsrede des Sitzungspräsidenten David Schneiders, der mit seiner Stufenkameradin Philippa Scholl die Fäden der Sitzung in der Hand hielt, beklagte sich der Nubbelpreis des letzten Jahres, Daniel Rottenau, bei den Lehrern, dass sie ihrer Verpflichtung, ihn eine Jahr lang zu nähren, nicht nachgekommen seien. Prompt überreichten ihm Frau Süßkoch und Frau Neumann einen „Fresskorb“, damit der „ausgemergelte“ Rotti nicht völlig vom Fleisch abfällt.
RK vs. Rotti
Beim später folgenden HvB-Flop-Model Wettbewerb, bei dem er gegen RK (Lehrer Rainer Kolloch) antrat, zeigte er sich dann auch wieder wohlgenährt. Die Cowboys und Indianer der Klasse 6b heizten dem Publikum mit ihrem Lassotanz kräftig ein, bevor Monika Schneider mit geschliffenen Wortspielen aus der Sicht eines Mathematikers das Märchen von Rotkäppchen, welches vom Wolf mit einer konvexen Hülle umgeben wurde, erzählte.
Lassotanz der Klasse 6b
Wie verflixt die Mathematik selbst bei einfachen Aufgabenstellungen sein kann, zeigten mit großem schauspielerischem Talent in einem Sketch Schüler der Klasse 5a, die zudem mit zwei weiteren Beiträgen das jecke Volk begeisterte, indem sie tiefe Einblicke in die Trickkiste unserer geliebten bellenden Vierbeiner gab und im letzten Drittel des Programms mit ihrem Lehrermaskentanz einen der vielen Höhepunkte der Sitzung markierte. Ihre tänzerischen Qualitäten unterstrichen Jessica, Silvia, Sonja, Milena, Mira, Theresa, Caro, Anna und Dolores aus der Klasse 8a mit ihrer Aerobic-Darbietung, in der sie ihrer Sportlehrerin „endlich“, nach 36 Jahren Lehrtätigkeit am HvB, zeigten, wie man sich sportlich bewegt – enorm, was diese Schüler alles bei Frau Süßkoch gelernt haben. Wie nötig der gesamte Lehrkörper ein Bewegungsprogramm dieser Art hat, zeigte das Kollegium in seiner Selbstparodie: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ In sportlichem Outfit präsentierten die Lehrer ihre Problemzonen und Wehwehchen, zeigten sich aber willens, in der Rückenschule hart daran zu arbeiten. Da tut nach einem Schulwandertag ein erholsamens Fußbad gut. Schade aber, wenn nur eine Wanne und darin kein Wasser vorhanden ist.
Fussbad-Sketch
Mit ausgeprägter Mimik und vorsichtig gesetzten Worten versuchte Herr Zangerle seine Kollegin Frau Duisdiecker-Güttsches von einem gemeinsamen Fußbad zu überzeugen. Diese konterte mit entschlossener, distinguierter Mine, bis sie zum Schluß stimmgewaltig das höchste „C“ treffend Herrn Zangerles Versuch unterband, seine Spielzeugente zu Wasser zu lassen. Herrlich, wie sich die Lehrer selbst parodierten! Da dürfte auch die Schulleiterin nicht fehlen. Die Frage, wer die wahre und wer die echte Marie-Luise Nikuta sei, konnte auch Paul Bong nicht lösen, nachdem Frau Becher Marie-Luise Nikuta, die Mottolied-Queen des kölschen Karnevals, karikierte. Und dann hatte auch schon der einzig wahre singende Hausmeister seinen Auftritt. Mit Sprechchören auf die Bühne gerufen sang Udo Oszmella den aktullen Mottoliedhit, den die HvB-Big-Band unter der Leitung von Dr. Guido Brink, der neben der Melodie auch den Text verfasste, eingespielt hatte. Sofort sang die enthusiasmierte Menge den Refrain des Liedes, das hier zum Download bereit liegt, mit. Überhaupt war die Band an diesem Nachmittag unglaublich gut aufgelegt. Sagenhaft, mit welcher Sicherheit und Musikalität „dem Guido seine Bänd“ inzwischen aufspielt. Kein Wunder, dass sie auch außerhalb der Schule bei zahlreichen Veranstaltungen gebucht wird. Ein Sonderlob gebührt auch dem Elternchor, der sicher und gekonnt den „Kölschen Stammbaum“ intonierte. Toll, dass die Eltern mit einem solchen Chor das muikalische Leben am HvB-Gymnasium noch reichhaltiger machen und bei der Karnevalssitzung zeigen: „Mir all sin HvB“! Mit einem selbst getexteten Lied und bekannten Karnevalshits begeisterten Tracy, Vera, Lydia, Büsra, Kimberly und später auch Rojan aus der JgSt 7 das Publikum. Tracy legte zudem noch mit Lydia und Vera als Babydolls einen blitzsauberen Schnullertanz auf’s Parkett. Mit ihrer sicher auftretenden Klassenkameradin Lena zeigte sie außerdem bei einem Quiz Sinn für humorige Wortspiele.
Literarisches Quartett
Den demonstrierte auch das literarische Qartett (David Schneiders, Guido Brink, Felix Reinhold, Sophie Rieger) in einer brillianten literaturkritischen Auseinandersetzung mit Dr. Brinks Mottoliedtext. Wer nur hinhörte und nicht –sah, hätte David Schneiders glatt für Marcel Reich-Ranicki halten könnten. Da könnte sich mancher Comedy-Star eine Scheibe von abschneiden. Sinn für uns kölsche Sproch entwickelten Ronja, Maria, Marc, Inga, Lena und Nicole aus der JgSt 7 bei ihrem Kölsch-Kurs für Anfänger. Das Auditorium jedenfalls hatte diesen Kurs nicht nötig; es sang lautstark und textsicher beim abschließenden gemeinsamen Singen mit. Vorher aber noch erwartete das Publikum Akrobatik auf höchstem Niveau: Was die Breakdancer um Young-Jean Maeng, der mit Tim Mensinger und Martin Kim aus der 5a zwei seiner „Lehrlinge“ präsentierte, zeigten, war schier unglaublich. Enorm, mit welcher Körperbeherrschung hier agiert wurde. Zurecht wurde dieser Auftritt frenetisch gefeiert. Abschließend wurden neben der HvB-Big-Band und der Tontechnik, die mit immensem technischen Aufwand für einen reibungslosen Verlauf sorgte, als Organisatoren der Sitzung Frau Neumann und Frau Süßkoch, für die es nach 36 Jahren HvB die letzte Karnevalssitzung war, vom Elferrat geehrt. Aber: Niemals geht man so ganz, Uli (Süßkoch) ... . (MM)
| Datum: | 19.02.2007 |
