Partnerschaftsverein für Sekundarerziehung
im Bezirk Njombe an der Hildegard-von-Bingen-Schule März 2005
Unsere Partnerschule in Tansania
A.R.T. Wende Secondary School
am Stadtrand von Njombe, südwestliches Hochland
von Tansania, ca. 2000 m hoch
Schulträger
Der Schulträger unserer Schule ist ein Verein ehemaliger Lehrer aus Njombe, die sich gegenseitig unterstützen und ihre lebenslange Erfahrung weitergeben wollen. Sie unterhalten eine private Grundschule und sind die Governors unserer Partnerschule, das heißt, sie kontrollieren die Finanzen, stellen Lehrer an und vertreten die Schule gegenüber den Behörden.
Jahresberichte zur Entwicklung der Schule
Das Neuste aus unserer Partnerschule in Tansania
Juni 2009
Liebe Freunde des Partnerschaftsvereins, liebe Eltern und Schüler,
zum Schuljahresabschluss möchten wir Ihnen einen kleinen Rückblick auf das Schuljahr aus Sicht unseres Partnerschaftsvereins geben. An unserer Partnerschule, der Wende Secondary School in Tansania, hat sich im letzten Jahr einiges verändert, leider nicht alles zum Positiven. Aufgrund der Lebensmittelkrise im vergangenen Jahr und der Erhöhung der Mindestlöhne durch die Regierung ist das Schulgeld von 420.000 auf 600.000 TSH (ca. 250 auf 350 Euro) gestiegen. Aufgrund dieser Erhöhung konnten in diesem Jahr nur ca. 70 Schüler mit der 1. Klasse beginnen, die meisten Bauern können sich das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr leisten.
Erfreuliche Nachrichten hingegen gibt es aus der Abgangsklasse in Tansania: 104 von 111 Schülern konnten die 4. Klasse erfolgreich beenden. Vor dem Hintergrund, dass diese Kinder an staatlichen Schulen keinen Platz gefunden hatten, ist es besonders erfreulich, dass diese Kinder durch unsere Schule eine Chance erhalten haben.
Etwas verändert hat sich auch am HvB: Seit gut einem Jahr gibt es die Afrika-AG, eine Arbeitsgemeinschaft, die sich für unsere Partnerschule einsetzt und sich auch inhaltlich mit entwicklungspolitischen Themen auseinandersetzt. Durch zahlreiche Aktionen, unter anderem auf unseren beiden Schulfesten und am Tag der offenen Tür, haben die Schüler dieser AG bereits über 1500 Euro zugunsten der Wende Secondary School spenden können.
Im vergangenen Halbjahr hat sich die AG inhaltlich das Thema „Menschenrechte“ auf die Fahnen geschrieben und eine Ausstellung zum Thema „Kinder haben Rechte“ erstellt, die in der ersten Woche nach den Ferien eröffnet wird.
Nach den Ferien wird außerdem ein kleines „Tansania-Freundeskreistreffen“ stattfinden, zum dem wir alle Interessierten herzlich einladen werden...
Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer.
Gertrud Limbach Inga Feuser Daniela Schweizer
Vorsitzende des Vereins Afrika-AG Afrika-AG
Das Neuste aus unserer Partnerschule in Tansania
Januar 2008
Liebe Schülerinnen und Schüler der HvB! Liebe Eltern und Freunde!
Aus den vielen Erlebnissen und Eindrücken, die wir - 5 Abiturienten von 2007, die Familie von Frau Steinmeyer-Bartella und ich im Sommer in unserer Partnerschule sammeln konnten, möchte ich einige auswählen.
Da sind zunächst die Schüler der 4. Klasse, die schon genau wussten, was sie werden wollten- z.B. Erasto, der davon träumt Herzchirurg zu werden. In vielen Diskussionen sind für uns aus einigen der 580 Schüler/innen Freunde geworden.
Dann sind da die Lehrer, die uns zum Essen einluden, in der Schule und zu Hause, z.B. zur Erstkommunionfeier des Sohnes. Oder der Lehrer, der uns die gesammelten Eier seiner Hühner schenkte. Oder die Sekretärin, deren drei Monate alte Zwillinge wir bewunderten -und auch ihre kleinen Ferkel.
Dann gibt es die Menschen, die uns die Umgebung zeigten und von ihren Anstrengungen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse berichteten. Wer in Köln ist schon vom Dompfarrer zu den Projekten der Diözese gefahren worden (Schulbau, Werkstätten, Farmen, Kindergarten) oder vom Generalvikar zurück nach Hause? Beide haben uns recht eindrucksvoll das Leben der Menschen vor Augen geführt.
Grosse Gastfreundschaft konnten wir auch bei den Schwestern in Imiliwaha erleben, die uns bewirteten und uns ihre Werkstätten, Schule, Krankenstation und Waisenhaus zeigten.
Lasst Euch von den Teilnehmern am work camp erzählen. Von ihnen könnt Ihr noch viel mehr erfahren.
Und was machen unsere Schulbauten?
Während unseres Aufenthaltes wurde an den Unterkunftshäusern gebaut. Auf dem Schulgelände, das Anfang 2003 Buschland war, zählte Herr Bartella 30 kleine und große Gebäude. Darin eingeschlossen sind die Schweineställe der Lehrer, das Generatorhäuschen, ein Holzschuppen, 3 Wassertürmchen und der Container, in dem wir mit 1300 Büchern aus Amerika eine Bücherei einrichteten.
Inzwischen sind - dank einiger größerer privater Spenden - die Bücherei bis zum Dach und für 4 weitere Klassenräume die Fundamente fertig. Ob die vorigen 4. Klassen dann die 5. Klasse weiter besuchen können, kann erst bis Mai entschieden werden. Den 250 Schüler/innen der 2. Klassen des letzten Jahres können wir aber gratulieren. Sie haben alle die staatliche Prüfung bestanden, nachdem im Jahr vorher noch eine ganze Klasse durchgefallen war und das Jahr wiederholen musste.
Übrigens, die Zementkosten sind 2007 um 30% gestiegen. Ein Grund dafür ist die kommende Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Für den Bau der neuen Sportstätten wird auch Zement in Tansania gekauft. Somit verknappt und verteuert sich das Angebot für die tansanische Bevölkerung.
Herr Mlelwa, der stellvertretende Direktor von Wende wird ab 27. Mai das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium besuchen. Außerdem ist für Ende des Schuljahrs wieder ein Sponsorenlauf geplant. Wahrscheinlich müssen die Spenden für Klassenräume ausgegeben werden. Wir haben selbst gesehen, wie viel noch zu tun ist und bitten Euch, Euch wieder so großartig zu engagieren wie beim letzten Lauf.
Ich grüße alle herzlich!
Gertrud Limbach
Stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium zur Unterstützung und Förderung der SECONDARY EDUCATION IN TANZANIA e.V.
Partnerschaftsverein Tansania e.V.
Wende Anfang 2005
Die Wende Secondary School ist zur Zeit im Aufbau. Sie hat 6 Klassenräume, 2 Räume für Physik und Biologie/ Chemie (staatlich vorgeschrieben für die Anerkennung als Schule), 2 Mädchen- und Jungenschlafräume für jeweils 80 Schüler, 3 Toilettenhäuschen mit jeweils 8 Kabinen, 1 Speise- und Versammlungsraum mit Küche und Vorratsraum, 1 Lehrer- und 1 Direktorenzimmer, 4 Lehrerhäuser. Die Schule soll weiter ausgebaut werden für die Klassen 1-4 (bei uns 8-11) als 4-zügige Sekundarschule und für die Klassen 5-6 (zweizügig). Der erste Unterrichtstag war der 17.03.2004 mit 25 Schüler/innen und 2 Lehrern. Im Februar 2005 sind es nun über 180 Schüler/innen in 5 Klassen und 12 Lehrern.
Schüler/innen
Die meisten wohnen im Internat, da viele aus weit entfernten Dörfern kommen. Einige auch aus Dar-Es-Salaam, ca. 700 km entfernt. Sie finden meist keinen Platz an einer staatlichen Schule, weil sie die staatlichen Prüfungen am Ende der 7. Grundschulklasse schlecht oder gar nicht bestanden haben. Oft kommen sie aus Grundschulklassen, in denen 100 Schüler keine Seltenheit sind. Daher bedeutet eine private Sekundarschule eine 2. Chance für sie (im Bezirk Njombe besuchen 80 % die Grundschule, 20 % die Sekundarschule). Viele sind auch älter als 13 Jahre, wenn sie mit der 1. Klasse beginnen, weil viele Familien nur nacheinander Schulgeld zahlen können. Es beträgt zur Zeit ca. 250,00 € jährlich für Unterricht, Unterkunft und Verpflegung. Viele dieser Jugendlichen brauchen Unterstützung, weil sie entweder keine oder sehr arme Eltern haben. Sie arbeiten selbst für ihr Schulgeld, indem sie z.B. Holzkohle machen und verkaufen oder sie betteln bei Verwandten. Die Hildegard-von-Bingen-Schule hat in der Vergangenheit für die ehemalige Partnerschule Uwemba Schulgeld gesammelt. Das möchten wir wieder tun.
Lebensbedingungen
In dieser ländlichen Umgebung sind die Menschen von ihrer Ernte abhängig, die sie mit der Hacke erarbeiten. Der Verkauf in die großen Städte wird allerdings durch Transportprobleme behindert. Folglich beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen ca. 400,00 € für eine 6 – 8 köpfige Familie. Davon müssen Krankheitskosten und Schulgeld beglichen werden. Auch eine Lehrerfamilie (ca. 100,00 € Monatsgehalt) lebt überwiegend von der eigenen Feldarbeit oder dem Füttern von Hühnern und Schweinen. Die tägliche Nahrung besteht üblicherweise aus Mais und Bohnen. Es ist lebensnotwendig, dass Kinder beim Wasser- und Holzholen und bei der Feldarbeit helfen.
HIV/ AIDS und Malaria sind die Haupttodesursachen, die vor allem die Elterngeneration wegraffen. Im Jahr 2004 übertraf die Todesrate im Gebiet von Ngombe die Geburtenrate.
Weiterbau der Schule
Im Jahr 2006 werden dringend folgende Gebäude benötigt, deren Finanzierung noch nicht gesichert ist. Wir brauchen 2 Internatsgebäude für Jungen und Mädchen (jedes ca. 12000 €), dazu Sanitärhäuschen (ca. 4000 €), 80 Doppelbetten (40 € pro Bett) 4 Klassenräume (ca. 14.000 €). In den folgenden Jahren werden weitere Klassenräume, Unterkünfte, Bücherei, Krankenstation, Lehrerhäuser, Maismühle, Möbel, Elektrizität und die Erweiterung der Wasserleitung benötigt. Dazu suchen wir Paten für einzelne Schüler.
Der Anfang ist dem Schulträger und uns gemeinsam mit der Hilfe vieler Menschen gelungen.
Wir suchen weiter Hilfe!
Über große und kleine Spenden auf das Konto des Partnerschaftsvereins an der Hildegard-von-Bingen-Schule
Konto-Nummer: 0846577000
BLZ: 370 800 40 bei der Dresdner Bank Köln freuen wir uns sehr.
Danke für jede Hilfe!
| Datum: | 02.05.2008 |
