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Internationale Förderklasse

Seit dem Schuljahr 2002 ist an unserer Schule die Internationale Förderklasse (IFK) eingerichtet.

In der IFK werden Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet, die ohne oder mit nur geringen Kenntnissen der deutschen Sprache dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium durch das Schulamt der Stadt Köln zugewiesen werden.

Primäres Ziel der IFK ist der aktive Erwerb der deutschen Sprache als eine Voraussetzung zum späteren Besuch einer Regelkasse und der Integration nicht nur in die Schulgemeinschaft. Weitere Unterrichtsfächer sind Mathematik und Englisch.

Dieser Unterricht wird ergänzt durch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln: In speziellem Förderunterricht durch Studierende (Deutsch als Zweitsprache) können die Schüler in Kleingruppen unbefangener und mit weniger Scheu als im Klassenverband lernen; zudem ist die individuelle Korrektur und Binnendifferenzierung intensiver und oft auch effektiver möglich.

Natürlich besteht nach dem Wechsel aus der IFK in die Regelklassen weiterhin der Förderbedarf. Auch hier unterrichten Studierende in Kleingruppen und erhalten weiterhin die Möglichkeit der konkreten Praxiserfahrung mit Schülern, deren Lernfortschritt stabilisiert wird.

Eine weitere hervorragende Erfahrung machen alle Schüler, die an den seit 2004 angebotenen Sommerferienkursen. Hier können sie ihre Deutschkenntnisse in intensiver Projektarbeit anwenden und sich weiterhin qualifizieren.

Der Erfolg stellt sich ein: Es haben schon etliche Schüler mit dieser speziellen Schulkarriere ihr Abitur erreicht und die Studienberechtigung erworben!

(Nils Grupe, Leiter der IFK)


Ein Erfahrungsbericht

Kolumbien, China, Estland, Spanien, Russland, Türkei, Ecuador, Polen, Südkorea, Japan, Thailand, Philippinen, Dominikanische Republik, Portugal, Kroatien…

Im Referendariat lernt man schnell, dass es keine homogenen Lerngruppen gibt, dass Lerner individuelle Lernwege entwickeln und man jede Schülerin und jeden Schüler dem jeweiligen Leistungsstand angemessen fördern und fordern sollte. Diese Theorie findet ihre maximale Herausforderung in der Internationalen Förderklasse.
18 Kinder aus unterschiedlichen Ländern, die seit unterschiedlich kurzer Zeit in Deutschland leben, lernen dort bisweilen, ausgestattet mit Deutschkenntnissen, die vom Anfänger bis hin zu recht passablen Grundkenntnissen reichen, und, als ob dies allein nicht schon schwierig genug wäre, befinden sich die Schülerinnen und Schüler zudem in verschiedenen Altersstufen (10-14 Jahre) und das gerade in einem Alter, in dem schon zwei Jahre Entwicklungsunterschied eine Welt sein können:
Willkommen in der IFK!
Die unterschiedlichen (Lern-)Kulturen sowie die jeweiligen Ausgangssprachen der Schülerinnen und Schüler seien hier der Vollständigkeit halber noch erwähnt – oder wie steht es mit Ihrem Chinesisch, Japanisch, Estnisch?! „Heterogenität einer Lerngruppe“, diese Bezeichnung bekommt in der IFK eine neue Bedeutung.
Allen Lernern gleichermaßen gerecht zu werden ist eine echte Herausforderung geblieben, doch mit der Zeit haben sich bestimmte Rituale und Methoden bewährt. Die regelmäßige, individuelle Wortschatzarbeit mit dem Wortkasten, bei dem die Schülerinnen und Schülern die Wortkarten selbst gestalten, gehört genauso selbstverständlich zum Deutschunterricht wie Sprachlernspiele, Ausflüge in die Landeskunde, Lernplakate, Übungen zum Hörverstehen, Sprech- und Schreibtraining, die Arbeit mit Selbstlernmaterialien sowie integrierte Grammatikübungen. Das zentrale Lernmaterial bildet jedoch nach wie vor „Genial“, ein Kursbuch speziell für jugendliche DaF/DaZ-Lerner, welches moderne mit bewährten Lernmethoden sinnvoll kombiniert.
Doch bei allen inhaltlichen Aufgaben, die sich hinsichtlich des Lehrens und Erlernens einer neuen Sprache stellen, sehen wir Lehrer der IFK noch eine, vielleicht noch wichtigere Aufgabe, der wir gerecht werden wollen. Insbesondere in der ersten Zeit, kurz nach ihrer Ankunft in der IFK, wollen wir den Schülerinnen und Schülern das Gefühl vermitteln, dass sie bei uns will-kommen sind. Denn erst wenn die Kinder und Jugendlichen wirklich das Gefühl haben, dass sie bei uns angekommen sind, können sie ihr volles Potenzial ausschöpfen und angst- und stressfrei lernen und sich auch als Teil der (Schul-)Gemeinschaft erleben, um letztlich auch ihr angestrebtes Ziel, den Übergang in die Regelklasse, zu erreichen.
Viele der ehemaligen IFK-Kinder sind mittlerweile Teil einer Regelklasse. Wenn man sie im regulären Deutschunterricht wieder trifft, ist dies immer eine besondere Freude, da man die sprachlichen Hintergründe dieser Schüler kennt und so den jeweiligen Lernprozess besser nachvollziehen und nachhaltiger fördern kann.
Mein Fazit ist eindeutig: Die IFK ist etwas sehr Besonderes. Sie ist der Beweis dafür, dass interkulturelles Lernen funktioniert und liefert täglich den Nachweis, dass Integration nur über eine gemeinsame Sprache erfolgen kann. Sie ist Herausforderung und Chance zugleich – und in jedem Fall eine Bereicherung für unsere Schule!

(Frederik Steinkuhle, Deutschlehrer in der IFK)

Weitere Informationen zur Internationalen Förderklasse finden sich im Schulprogramm in den Kapiteln II.5 und II.6

 


 

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Hildegard-von-Bingen-Gymnasium - Köln-Sülz